Geschichtliches

KLJ der Ostkantone

Nach dem zweiten Weltkrieg wanderten immer mehr junge Leute in die Stadt. Viele junge Bauern fanden keine Arbeit mehr auf den landwirtschaftlichen Betrieben und kamen in der Industrie und mit ihren Dienstleistungen besser zurecht In den Dekanaten der Ostkantone hatte man nach dem Weltkrieg unter den jeweiligen Priestern mit der getrennten landjugendlichen Arbeit begonnen. Offiziell gegründet wurde die KLJ der Ostkantone am 1. September 1954 durch die Benennung von Priester Hermann Lennertz zum Bezirkspräses der neuen Jugendorganisation. Die ersten Bezirksleiter wurden 1955 eingestellt, dabei handelte es sich um Martha Veithen und Anton Hardt.

Bevor man jedoch voreilig handelte, verglich man das bevorstehende Projekt mit der in der Wallonie bestehenden Katholischen Aktion. Das Ziel war jedoch weniger genau dieselbe Bewegung entstehen zu lassen, sondern vielmehr eine ländliche Bauernjugend, ins Leben zu rufen. Denn in den Dörfern gab es weder genug Studenten um eine Studentenvereinigung zu gründen, noch genug Arbeiter oder dergleichen um eine Arbeiterverbindung zu gründen. Da man aber das Dorf in Angriff nehmen wollte, beschloss man eine Landjugend herbei zu führen, um das christliche Leben in die Dörfer zurück zu holen und zu verstärken.

Um Mitglieder und Interessenten für die Landjugend anzuwerben zog man von Dorf zu Dorf und präsentierte den Pastören und den Jugendlichen auf organisierten Vorstellungsabenden die Landjugendarbeit. Der zu überwindende Schwerpunkt war vor allem, die Leute zu überzeugen, dass die Landjugend nichts mit der Hitlerjugend zu tun habe. Dies war gar nicht so einfach, denn viele Leute hatten genug vom Organisierten und wollten nun von alledem nichts mehr wissen. Trotzdem war die Werbeaktion ein voller Erfolg und bereits 1957 zählte die KLJ Ostbelgien 64 Dorfgruppen und 880 Mitglieder. Für diese brachten die Bezirksleiter monatlich eine Mitgliedszeitschrift namens „Die Brücke“ heraus. Die Kerngruppe, die Verantwortlichen der verschiedenen Dorfgruppen, erhielten zu dem noch zusätzlich „den Leitfaden“.

Die Werte, die man in den Anfängen der KLJ –Zeit vermitteln wollte, waren aus der Not und aus dem Krieg entstanden. Man hielt sich jedoch trotzdem fest an der Lehre Cardijns, welche besagt das man nicht überstürzt handeln sollte, sondern vorerst die Situation analysieren sollte um sich dann zu fragen: Wie hätte Jesus an meiner Stelle gehandelt? Dieses Prinzip (Sehen, Verstehen und Handeln) versuchte man schließlich in den Gruppenstunden umzusetzen. Die erste KLJ–Dorfgruppe wurde dann in Elsenborn gegründet.

1965 tritt zum ersten mal der Name K.L.J, „Katholieke Landelijke Jeugd“ (Katholische Landjugend) auf

(vorher B.J.B. Boerenjongbond)

Gründung KLJ–Kettenis

Die KLJ–Kettenis wurde ungefair 1947, also nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Dabei war die KLJ jedoch nicht eine Bewegung, die aus dem Dorf selbst entstanden war, sondern viel mehr in das Dorf integriert wurde. Einer der Gründer war wohl Franz Brandt und außerdem Victor Goor, welcher auch erster Hauptleiter war. Die damalige KLJ, war bereits an die Zentrale in Leuven angeschlossen. So war es eben der Bauernbund, der den Dörfern nahe legte eine Bewegung zu gründen, die den Jugendlichen zur Verfügung stehen sollte. Der damalige Präses der KLJ–Kettenis war Pastor Kerres. Dieser bereitete meist zwei Wochen vor jeder Versammlung mit der Kerngruppe, einer Gruppe von jugendlichen Leitern oder heute auch der Staff, die Gruppenstunden vor. Ziel war es, den Jugendlichen religiöse Werte zu vermitteln, sie aus christlichen Taten heraus handeln zu lassen, aber sie auch zu erziehen, und zwar in religiöser und sozialer Weise.

Die KLJ–Kettenis stand auch damals beiden Geschlechtern offen, jedoch gab es nur zwei Gruppen. Eine Gruppe war für die Mädchen von 14 bis 18 Jahren vorgesehen und die andere für die Jungen gleichen Alters. Im Mittelpunkt der monatlichen Versammlungen, die an einem Wochenabend von 20 bis 22 Uhr abgehalten wurden, standen religiöse Themen. So wurde zuerst meist vom Pastor ein Vortrag gehalten und dann wurden andere von der Kerngruppe vorbereitete Themen besprochen. Inspiration für die Versammlungen fand man auch oft im „Leitfaden“ einem Mitgliedsblatt für die ostbelgischen KLJ–Kerngruppen. Nach der Besprechung dieser Themen spielte man dann meist noch zusammen  Gesellschaftsspiele. Die Versammlungen fanden vorwiegend in einem kleinen Pfarrsälchen statt und wurden dort auch vorbereitet. Auch gab es besondere Aktivitäten, wie Volleyball- oder Tischtennisturniere, an denen mehrere KLJ–Gruppen aus verschiedenen Dörfern  teilnahmen, das Fahnenschwingen, andere sportliche Aktivitäten, wie Laufen und Tanzabende. Zwei- bis dreimal im Jahr fanden Einkehrtage statt, die vom Präses Lennertz, der für die gesamte KLJ im deutschsprachigen Raum Belgiens verantwortlich war, organisiert wurden.

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